ICE T - InterCityExpress Triebwagen

Zum Fahrplanwechsel Dezember 1999 stellte die Bahn die ersten Triebzüge mit Neigetechnik für den Fernverkehr auf der Strecke Stuttgart-Zürich in Dienst. Seit Juni 2000 wird auch die Strecke München-Berlin mit den neuen Neigetechnikzügen befahren, später folgte noch die Linie Saarbrücken-Dresden.

Entwicklung

Die Züge wurden ursprünglich ab 1994 als Triebzüge für den IC-Verkehr entwickelt, später wurde sie in ICE umbenannt. Das "T" steht für Triebzug, was die Züge von den anderen ICs unterscheiden sollte, später dann auch als Zusatz zu ICE beibehalten wurde; oftmals wird es aber fälschlicherweise als "tilting" (engl. neigen) gedeutet. Im Innenraum sind die Züge sehr edel mit Glas und Holz ausgestattet. In den Endwagen erlaubt es eine sogenannte "Lounge" dem Triebfahrzeugführer über die Schulter zu schauen. An allen Plätzen sind Steckdosen vorhanden, bei der ersten Serie gibt es zusätzlich noch ein Audiosystem mit verschiedenen CDs und drei Radiokanälen.

ICE T

Technik

In den Zügen ist die Neige­technik von FIAT eingebaut, die von Anfang an zuverlässig funk­tionierte. Jeweils zwei Züge können zu einer Doppel­einheit zusammen­gekuppelt werden, auch eine Doppeltraktion mit dem ICE3 ist technisch möglich. Für das fahren mit Geschwindigkeiten über 160 km/h sind die Züge mit der deutschen Linienzugbeeinflussung (LZB) ausgestattet, die fünfteiligen Züge der BR 415 zusätzlich noch mit dem schweizer Zugsicherungssystem ZUB. Spätestens wenn auf den Strecken Leipzig-Berlin und Saarbrücken-Mannheim das neue europäische Zugsicherungssystem ETCS eingesetzt wird, werden die Züge damit nachgerüstet.

Der Antrieb der Züge erfolgt unterflur, dabei bilden jeweils drei Wagen ein Modul aus Transformator, Umrichtern und Fahrmotoren. Im 7-teiligen ICE T (Baureihe 411) sind zwei Module vorhanden, sowie ein nicht-angetriebener Mittelwagen. Angetrieben sind 8 Achsen. Der 5-teilige ICE T (Baureihe 415) besitzt zwei Module, ein Modul ist dabei auf zwei Wagen verkürzt. Es sind 6 Achsen angetrieben.

Die DB hat neben den 32 seit 1999 gelieferten siebenteiligen ICE T (BR 411) noch 28 weitere bestellt, die ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 zum Einsatz kommen. Technisch unterscheidet sich die zweite Bauserie kaum von den ersten, vor allem wurde Gewicht gespart, anfällige Teile verbessert und die Zugänglichkeit erhöht. Außerdem wurde auf einige Komforteinrichtungen in der 2. Serie aus Kostengründen verzichtet. So fiel das Audio- und Videosystem komplett weg, der Sitzabstand wurde verringert und damit die Kapazität erhöht und einige Materialien durch billigere Imitate ersetzt. Das Fensterband ist nicht mehr durchgängig, statt Blindfenstern sind nun schwarz lakierte Flächen vorhanden.

Einsatz

Seit Dezember 2004 dürfen die Züge nun endlich auch über einen längeren Abschnitt ihre Höchstgeschwindigkeit ausfahren. Sie verbinden Hamburg und Berlin mit 230 km/h in 90 Minuten und beerben damit den legendären "Fliegenden Hamburger".

Mit Inbetriebnahme der Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg und München werden auch dort ICE T eingesetzt. Zwar beträgt die Höchgeschwindigkeit dort "nur" 230 km/h (statt 300 km/h beim ICE3), trotzdem bewegt sich die Fahrzeit etwa im Bereich der anderen ICE.

Außerdem beschleunigt sich die Fahrt durch die Hauptstadt mit dem neuen Nord-Süd-Tunnel, sowie die inzwischen für 200 km/h ertüchtigte Strecken von Berlin nach Leipzig. Dadurch erreichen die ICE T nun auch auf längeren Strecken ICE-taugliche Reisegeschwindigkeiten.

Auslandseinsatz

Von Anfang an fuhren Züge der Baureihe 415 auf der Strecke Stuttgart-Zürich. Sie waren speziell für die Schweiz ausgestattet. Anfang 2006 beschlossen SBB und DB die Cisalpinos von der Strecke zu streichen und stattdessen nur ICE T einzusetzen. Da die Sitzplatzkapazität der fünfteiligen Einheiten aber sehr begrenzt ist, wurden bis Ende 2006 fünf siebenteilige Einheiten schweiztauglich umgebaut. Die schweiztauglichen Einheiten der Baureihe 415 spendeten dafür die Teile und sind danach nur noch national einsetzbar. Die umgebauten siebenteiligen Einheiten erhalten die Nummer 411 080 - 084 (an Stelle von 411 020 - 024).

Seit Ende 2007 fahren die ICE T (Baureihe 411) auch auf der Strecke Frankfurt-Wien und erreichen damit erstmals Österreich. Besonders auf dem Abschnitt Nürnberg-Passau macht sich die Neigetechnik positiv bemerkbar, in Österreich ist dafür leider noch keine Streckenausrüstung installiert. Ab Wels wird die neue österreichische Schnellfahrstrecke nach Wien benutzt, auf der Abschnittsweise 200 km/h möglich sind.

Einsatzstrecken

Technische Daten

BezeichnungBaureihe 411Baureihe 411.5Baureihe 415
HerstellerSiemens
Indienststellung199920051999
Anzahl322811
Wagen/Zug775
Sitzplätze357 + 24 im BR390250
LüP185,3m184,4m133,5m
Gewicht402t402t298t
Leistung4000KW4000KW3000KW
Antriebelektrisch
vmax230km/h
Neigetechnik Pendolino

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