Wankkompensation

Geschichte

Wankkompensation (kurz WAKO) ist eine Variante der Neigetechnik, die erstmals von Bombardier bei den Schweizer Twindexx Swiss Express-Doppelstockzügen eingesetzt wird. Sie soll eine etwa 10% höhere Kurvengeschwindigkeit bei großem Komfort und uneingeschränkter Kapazität bieten.

Ausführung

Bei der WAKO neigt sich das Fahrzeug nicht wie ein klassischer Neigetechnik-Zug um 8° nach Kurveninnen, sondern es wird lediglich die durch die Fliehkraft hervorgerufene Einfederung des kurvenaußenliegenden Radsatzes kompensiert. Dadurch wird sichergestellt, dass das Fahrzeug exakt senkrecht über dem Drehgestell steht und die volle Überhöhung des Fahrweges dem Fahrkomfort zu Gute kommt.

Dazu wird über eine Elektromechanik eine Neigung von bis zu 2° ausgeführt, technisch identisch zu einer Ausführung eines Neigetechnikzuges aber mit deutlich verkürztem Verstellweg.

Vorteile

Bei Versuchen mit einem ICN-Triebzug mit angepasster Software wurde herausgefunden, dass der Ausgleich von nur 2° bereits fast die gleiche Kurvengeschwindigkeit für den Fahrgast zulässt, bei deutlich geringerem Aufwand und erhöhtem Komfort durch eine geringere Schaukelbewegung.

Das Lichtraumprofil des Fahrzeugs kann bei WAKO genauso groß sein, wie bei einem klassischen Eisenbahnfahrzeug, da das Fahrzeug nur genau den Raum einnimmt, den ein stehendes (also nicht durch die Fliegkraft nach außen gedrücktes) Fahrzeug in der Kurve beansprucht. Dies lässt den Bau von Doppelstückzügen zu.

In der Schweiz kann durch die höhere Geschwindigkeit die Fahrzeit zwar nur um wenige Minuten verkürzt werden, dies reicht aber für das Erreichen des Taktknotens aus und erfordert keine aufwendigen Arbeiten an der Strecke.